Die Geschichte eines Gemäldes

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Einzigartig wie alle Kunstwerke ist das Gemälde im Sitzungsraum der Agentur Marjan Hessamfar & Joe Vérons architectes associés, aber auch einzigartig im Hinblick auf das für den Untergrund verwendete Material: weder Leinwand noch Papier, sondern Aeria*, die schalldurchlässige Wirkware, seit 40 Jahren gefertigt von der Firma Texaa

Ein akustisch wirksames Paneel als Bilduntergrund

In diesem Sitzungsraum eines Architektenbüros wird das Auge magisch von einer Sequenz schwarzer Motive auf ockerfarbenem Grund angezogen, deren Unregelmäßigkeit die menschliche Manufaktur verrät und deren kleine „Imperfektionen“ den Geist anregen. Ein Wandgemälde. Aber auch das Ergebnis einer Begegnung, ein Kunstwerk gewordenes, schallwirksames Paneel. Ist der Untergrund bei einem Kunstwerk selbstbedeutend? Anscheinend ja, denn er ist ein sinnstiftendes Element des Werks.

Die Geschichte eines Gemäldes

Einzigartig wie alle Kunstwerke ist das Gemälde im Sitzungsraum der Agentur Marjan Hessamfar & Joe Vérons architectes associés, aber auch einzigartig im Hinblick auf das für den Untergrund verwendete Material: weder Leinwand noch Papier, sondern ein mit Wirkware bespanntes, akustisch wirksames Paneel von Texaa.

Die Geschichte einer Begegnung

Zwischen dem Künstler Philippe Jacques, der Architektin Marjan Hessamfar und dem Geschäftsführer der Firma Texaa.

Die Protagonisten unserer Geschichte begegnen sich zum ersten Mal 2008 in der Galerie Dartois im Stadtviertel Chartrons, in Bordeaux. Hier stellte Philippe Jacques, ebenfalls Architekt und Gründer des Architekturzentrums arc en rêve  zum ersten Mal seine künstlerischen Werke aus: eine Serie von Federzeichnungen gleichen Formats oder „Punkte, Linien, Oberflächen erobern den Raum“.

Dem Gründer von Texaa gefiel diese Arbeit. Mit ihren schallwirksamen, textilen Produkten für die Architektur suchte das Unternehmen ständig nach neuen Möglichkeiten und Lösungen für Designer und Planer, auch unter ornamentalen Aspekten. So schlug er Philippe Jacques vor, in Anlehnung auf rund zehn seiner Zeichnungen, eine kleine Serie „Schwarz & Weiße“ zu entwerfen, als Druckuntergrund diente die einzigartige (und patentgeschützte) Wirkware, Bezugstoff der akustisch wirksamen Paneele von Texaa.

Für Marjan Hessamfar der Agentur Marjan Hessamfar & Joe Vérons architectes associé waren diese Zeichnungen wie ein Widerhall ihrer eigenen Praxis, bei der dem Rhythmus eine ganz besondere Bedeutung zukommt: „ In unserer Architektur verwenden wir viel Schwarz, um etwas hervorzuheben oder verschwinden zu lassen“.  Besonders einer hatte es ihr angetan: Ich zeigte die Zeichnung im Katalog und erklärte, dass Rhythmus gut und wichtig ist, aber dass erst die kleinen „Imperfektionen“ den Rhythmus offenbaren“. Sie erklärt dies gerne ihren Partnern und spricht es auch im Rahmen einer Konferenz im Beisein des Künstlers an, dem die Zusammenhänge sofort einleuchten.

Die Geschichte einer Umsetzung

Einige Jahre später, beim Umzug des Architektenbüros in ihre neuen Büroräume im Jahr 2017, stellen sich selbstverständlich die gewohnten Fragen über Umsetzung eines solches Projekts in einem historischen Gebäude in der Altstadt von Bordeaux, insbesondere die der akustischen Gestaltung eines Konferenzraums. Da erinnerte sich Marjan Hessamfar an die Serie „Schwarz & Weiß“ von Texaa, aber weder die Formate noch die technischen Spezifikationen entsprachen ihren Vorstellungen.

Daher war die einzige Möglichkeit, beim Künstler ein Unikat in Auftrag zu geben. Gesagt, getan.

Keines der bisher verwendeten Verfahren war für die Umsetzung dieses einzigartigen Kunstwerks geeignet. Nach Auswahl des Formats, der Farbe und der gewünschten akustischen Wirksamkeit des Paneels wird klar, dass Philippe Jacques direkt auf der Wirkware malen würde „aus rein praktischen Gründen“, erklärt Matthieu Demptos, Direktor von Texaa. Philippe Jacques, für den Zeichnen einer intimen Reflexion gleichkommt, macht also die in Gradignan, unweit von Bordeaux, gelegene Werkstatt zur Herstellung der Texaa -Produkte, samt Mitarbeitern und Maschinen, zu seinem Atelier: „Das war eine wundervolle Erfahrung inmitten dieser Menschen zu arbeiten, die meine Arbeit verstanden… ein Handwerk, wie das ihre“. Zwei Tage und 10.000 Schablonendrucke mit Acrylfarbe waren nötig.

Im Hinblick auf Umrahmung und Anbringung optierte man, nach Diskussionen zwischen Planungsbüro und dem Designer von Texaa , für eine spezifische Lösung. Dank des winzigen Spalts kann das Gemälde im Holzrahmen atmen und der visuelle Effekt erinnert an die von den Architekten Marjan Hessamfar & Joe Vérons in ihren Projekten verwendeten Schattenfugen.

Einmal getrocknet, wurde das Paneel verpackt und transportiert. Das Aufhängen erfolgte in zwei Schritten: erst das Befestigen des Rahmens an der Wand, dann das Einsetzen des Paneels.

Und so wurde es zu einem Gemälde…

Das niemals vergisst, dass es ein schallwirksames Paneel ist, nicht nur Fokuspunkt von Gedanken und Träumen, sondern auch Absorber von Worten, Schreien und Lachen.

Heute schmückt es diese Wand.

*Aeria, schalldurchlässige Textiloberfläche, patentiertes Produkt exklusiv von Texaa®

Photos : Ivan Mathie, DR.